10 Minuten 10 Tage – Meditation Challenge – ein Erfahrungsbericht

Unser Netzwerkmitglied Lina hat den Selbstversuch gemacht, lesen Sie Ihren Erfahrungsbericht zur Meditation bei MS.


Meditation bei MS: die 10 Minuten 10 Tage – Meditation Challenge

Eigentlich ist das Wort „Challenge“ – zu Deutsch Probe oder Herausforderung – bei Meditationen ja schon ein Widerspruch in sich. Man setzt sich hin, um 10 Minuten zu meditieren und das, ohne sich dabei anzustrengen. Leichter gedacht als getan. Ich bin schon lange auf der Seite www.ekhartyoga.com aktiv. Eine Yoga-Online-Plattform auf der man diverse Yogaarten ausprobieren und üben kann. Ich habe mich für die internationale Variante entschieden, die ihren Ursprung in Holland hat. Dieser Akzent ist einfach etwas ganz Besonderes für mich. Für alle die, die nicht so gut Englisch verstehen, gibt es z.B. auch eine Yoga-Online-Plattform auf Deutsch: www.yogaeasy.de.

Meditation hat bekannterweise eine entspannende Wirkung auf jeden Menschen. Bei Multiple Sklerose ist Entspannung ein wichtiges Thema und gehört für mich definitiv mit zum Lebensstil oder auch Lifestyle bei MS dazu. Entspannung und Meditation ist eine Möglichkeit, die man in seinen Lebensalltag integrieren kann, um unter anderem seine Nerven zu beruhigen. 10 Tage lang habe ich versucht täglich 10 Minuten zu meditieren. Ich bin ganz ehrlich, ich habe es nicht jeden Tag hinbekommen. Und das kann einen dann schon irgendwie wieder in Stress versetzen.

Die Meditation in der „Meditation Challenge“ ist eine geführte Meditation. Der Ablauf der Meditation ist jeden Tag wie folgt. Egal, ob zu Hause, im Büro oder auch woanders, wird empfohlen sich jeden Tag in eine für sich selbst gemütliche Position zu begeben. Diese Position kann sitzend auf einem Stuhl oder Kissen, kniend, liegend oder wie jeder gerne möchte sein. Aber vor allen Dingen sollte es ein ruhiger Ort sein und wenn möglich täglich um dieselbe Zeit. Im Sitzen sollte man auf einen geraden Rücken achten. Wenn einem das zu anstrengend erscheint, empfehle ich die Meditation im Liegen durchzuführen. Selbstverständlich kann man seine individuelle Position von Tag zu Tag ändern. Die oberste Priorität ist es, sich wohl zu fühlen! Der Fokus der Mediation liegt ganz klar darauf sich zu entspannen, wahrzunehmen und zu beobachten. Das klingt erst einmal einfacher als es ist, denn der Kopf denkt immer und permanent irgendetwas. Eine tolle Übung also für Menschen wie mich, die in ihrem Kopf manchmal Karussell fahren.

Zuerst fokussiert man ganz sanft einen Punkt vor sich und konzentriert sich dann bei geöffneten Augen auf seine Atmung. Für die ersten Atemzüge, atmet man ganz bewusst und tief durch die Nase ein und tief durch den Mund aus, so dass man seinen Atem leicht hört. Das wiederholt man zwei- bis dreimal und beim letzten Ausatmen schließt man sanft die Augen. Ich habe schon in dem Moment wo ich bewusst geatmet habe eine Beruhigung /Entspannung verspürt. Ich muss dazu sagen, dass ich eher ein Mensch bin, der unter Spannung steht. Durch die Atmung sinkt man immer tiefer in den Stuhl oder auf den Boden. Man spürt die Unterlage unter seinem Körper und nimmt wahr wo der Boden oder der Stuhl den Körper berührt und wie intensiv man ihn berührt.

Fokus/Intention

Der Fokus bzw. die Intention der Meditation kann jeden Tag neu gelegt werden. Zum Beispiel: Welches Ziel hat die Meditation für mich? Werde ich dadurch ruhiger? Freundlicher? Gelassener? Welche Auswirkungen hat sie auf mein Umfeld? Man überlegt sich ein ganz persönliches Ziel, welches man mit der Meditation verfolgt. Vielleicht gibt es auch eine Intention für das Umfeld in dem man lebt.

Umwelt und Umfeld

Was nimmt man jetzt in diesem Moment wahr? Mit geschlossenen Augen beginnt man seine Umwelt viel besser wahrzunehmen. Die Aufgabe besteht darin, die Geräusche wahrzunehmen ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen, sondern einfach akzeptieren was ist. Es ist wirklich interessant, was man dann auf einmal alles wahrnimmt und wie entspannend es sein kann, wenn man die Geräusche einfach an sich vorbei ziehen lässt wie Wolken, die am Himmel vorübergehen. Auch die eigenen Gedanken können wahrgenommen werden. Hierbei gilt es nicht, die Gedanken loszuwerden, sondern eher seine Einstellung zu den Gedanken zu ändern.

Körperscan (body scan)

Wie fühlt sich der Körper jetzt in diesem Moment an? Einfach nur den Körper spüren ohne ihn verändern zu wollen und nur akzeptieren was ist und wie es ist. Man beginnt in seinem eigenen Tempo mit der Wahrnehmung oben am Kopf und geht mit der Beobachtung  hin zum Nacken, zum Schulterbereich und abwärts in Richtung Arme und Hände, Bauch und Rücken usw. bis zu den Füßen.

Stimmung

Auch hier wird nicht bewertet, sondern nur wahrgenommen, entdeckt und gefühlt. Das kann auch bedeuten, dass man Dinge wahrnimmt, die man nicht so mag, wie zum Beispiel Schmerz oder Traurigkeit. Aber auch diese Dinge müssen erst mal wahrgenommen werden, um sie zu akzeptieren.

Atmung

Wie fühlt sich die eigene Atmung jetzt in diesem Moment an? Ist sie eher lang oder kurz? Ist die Atmung flach oder tief? In welche Körperregion fließt die Atemluft? In den Brustkorb? In den Bauchraum oder wohin? Auch hier wird nichts beurteilt, sondern nur gespürt. Abschließend gibt es die Option bei der Ein- und Ausatmung bis zehn zu zählen. Bei der Einatmung zählt man eins, bei der Ausatmung zählt man zwei, Einatmung drei und Ausatmung vier usw. Das ist eine gute Methode, um die Gedanken ruhiger werden zu lassen und die Wahrnehmung zu verbessern. Erstaunlicherweise funktioniert es bei jeder Sitzung besser und wird zur Gewohnheit.

Schluss

Zum Schluss der Meditation lässt man den Gedanken freien Lauf und kommt langsam wieder zurück, raus aus dem meditativen Zustand und öffnet dann langsam die Augen und spürt nach! Wie hat man sich vorher gefühlt und wie fühlt man sich jetzt? Es geht nicht darum sich anders zu fühlen, sondern es geht darum zu lernen zu fühlen und sich zu spüren. An manchen Tagen ist es mir wirklich schwer gefallen mich hinzusetzen und einfach nur nichts zu machen. Es soll zur Gewohnheit werden. Sich anstrengen heißt nicht immer, dass es dann besser klappt. Die Balance finden zwischen Fokus und Gelassenheit nach dem Motto: „Moving from thinking to feeling!”

Sicherlich ist dieser Erfahrungsbericht nur ein kleiner Einblick in so eine kurze Meditation. Es gibt auch hier wieder verschiedene Möglichkeiten und letztendlich muss man es selbst einmal ausprobiert haben, um es erleben zu können. Aber was mich diese 10 Minuten gelehrt haben, ist auf jeden Fall meine Wahrnehmung zu schulen und  Dinge nicht mehr verändern zu wollen, sondern zu akzeptieren. Und heute am letzten Tag habe ich entschieden wieder von vorne anzufangen und es wird sicherlich wieder anders sein 😉

Viel Freude beim Ausprobieren!

Lina

[mehr von Lina unter: Yoga bei MS – ein Erfahrungsbericht aus dem Life-SMS Expertnet]


Die in Linas Erfahrungsbericht genannten Plattformen sind nur Beispiele von vielfältigen Angeboten im Netz. Eine gute kostenlose Option ist die Smiling Mind App aus Australien. Eine professionell aufgebaute Serie von geführten Meditationen für verschiedene Altersstufen ab 7 Jahren : https://smilingmind.com.au/ – Prädikat: empfehlenswert!


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Ein wichtiges Thema „Gemeinsam stoppen wir Glyphosat“ lautet der Appell der Bürgerinitiative global2000

Auch wenn dieses Thema nicht direkt mit Fragen rund um die MS verbunden ist, erscheint es uns mehr als gerechtfertigt diese Info auch über Life-SMS zu verbreiten. Immerhin ist erwiesen, das Glyphosat neurodegenerative Effekte auslöst. Morbus Parkinson ist als Folge des Glyphosat-Einsatzes in Frankreich schon als als Berufskrankheit bei Winzern anerkannt.

Glyphosat birgt hohe Risiken!

Die gesundheitlichen Gefahren des weltweit am häufigsten verbreiteten Breitbandherbizids sind hinlänglich bewiesen. Glyphosat wird vom Agro-Multikonzern Monsanto unter dem Handelsnamen Roundup vermarktet.

Roundup enthält bis zu 15 Prozent POE-Tallowamine (polyethoxylierte Alkylamine, POEA) und die sind giftiger als das eigentliche Glyphosat, verstärken zudem dessen Giftigkeit. Glyphosat allein wirkt schon krebserregend und genotoxisch. In der Kombination mit POEA ist der Effekt ungleich höher. Auch Fruchtbarkeitsstörungen sowie Schädigungen von Leber und Nieren werden mit Glyphosat in Zusammenhang gebracht. Über die Nahrungskette reichert sich das umstrittene Herbizid an. Es wurde bereits in Blut-, Urin und Muttermilchproben nachgewiesen.

Das alles ist bekannt und mehrfach erwiesen. Seit Jahren engagieren sich verschiedene Umweltverbände für ein Verbot des „Dauerbrenners“ aus dem Hause Monsanto. Dennoch ignorieren das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die wissenschaftlichen Fakten. Die EU will nun das Krebspotenzial erneut von der ECHA prüfen lassen. Warum? Um Zeit zu gewinnen und den Weg zu einer weiteren Zulassung über 2017 hinaus zu ebnen?

Die Bürgerinitiative global2000 fordert:

  1. keine Erneuerung der Zulassung von Glyphosat
  2. Reform des Zulassungssystem für Pestizide hin zu mehr Transparenz und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Studien
  3. verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz chemisch synthetischer Pestizide.

Damit global2000 mit diesen Zielen erfolgreich sein kann, werden europaweit eine Million Unterzeichner gebraucht. Mitmachen heißt, sich stark machen für eine gesündere Umwelt und gesundheitliche Prävention!

Also machen Sie mit, wenn Ihnen ein Wechsel zu einer gesünderen Landwirtschaft und zu schadstoffarmen Lebensmitteln ein Anliegen ist!

Hier geht’s zur Intitiative: https://www.global2000.at/glyphosat 

Nicht überzeugt? Dann schauen Sie sich doch die ARTE-Dokumentation zum Thema an (Achtung: Nichts für schwache Nerven!)


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Spendenaktion erfolgreich: der Vortrag von Dirk Lemke ist ab sofort hier als freier Download verfügbar

Ein ganz kurzer, aufrichtiger und wichtiger Dank an unsere SpenderInnen und UnterstützerInnen!

Mit Hilfe Ihrer und Eurer großzügigen Spenden im Rahmen der laufenden Spendenaktion konnten wir die Spendenziele für die aktuelle Projektperiode von Mai 2016 – April 2017 erreichen.

Das ist wirklich motivierend und gibt uns Kraft das Projekt weiterzuführen. Mehr zu den Aktivitäten für den Zeitraum 2017/2018 in Kürze nach der Osterzeit.

Der Vortrag:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

kann nunmehr an dieser Stelle frei heruntergeladen werden ⇒ zum Download

Stichwörter aus dem Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).


Nochmals herzlichen Dank und bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS und sonst so: Ein später Dank an einen großen Geist – Ivan Illich

Life-SMS / lsms.info aktuell

An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage.


Ein später Dank an einen großen Geist – Ivan Illich [frieda-online.de, 1.4.2017]

Prof. Dr. Ivan Illich war Sozialphilosoph, Schriftsteller, Theologe und Priester. Er wurde 1926 in Wien geboren und starb 2002 in Bremen nach langer Krankheit. Schon vor mehr als 50 Jahren beschäftigte er sich mit einer Bandbreite an Themen, die noch heute verblüfft. „Die Nemesis der Medizin – Die Kritik der Medikalisierung des Lebens“ lautet der Titel des Buches,..

FDA Approves First Drug for Severe Multiple Sclerosis – PPMS [time.com, 27.3.2017]

Federal officials have approved the first drug to treat people with a severe form of multiple sclerosis (MS), a nervous system disease that harms the brain’s ability to communicate with the rest of the body. The new drug, called Ocrevus, is sold by the company Genentech and can be given through an intravenous infusion by a health professional.

Hertie-Stiftung fördert Deutschlands erste Professur für Umwelt- und Lebensstilfaktoren bei Multipler Sklerose – Universitätsklinik Düsseldorf gewinnt mit bestem Konzept [ghst.de, 7.3.2017]

Die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf richtet die bundesweit erste Professur für die Erforschung von Umwelt- und Lebensstilfaktoren in der Therapie der Multiplen Sklerose ein und erhält dafür in den nächsten fünf Jahren 1,25 Millionen Euro Fördermittel von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – dem hierzulande größten privaten Förderer der Hirnforschung.

Multiple Sklerose: Riskante Stammzelltherapie kann Progredienz über Jahre stoppen [aerzteblatt.de, 21.2.2017]

In der bislang größten retrospektiven Kohortenstudie, deren Ergebnisse jetzt in JAMA Neurology (2017; doi: 10.1001/jamaneurol.2016.5867) veröffentlicht wurde, blieb fast die Hälfte der Patienten über fünf Jahre ohne Krankheits­progression. Es kam jedoch zu mehreren Todesfällen.

Multiple Sklerose – sind Impfungen verantwortlich?? [lichterschein.com, 18.2.2017]

Schockdiagnose Multiple-Sklerose. Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung, bei der das Nervensystem durch das Immunsystem angegriffen wird. Verschiedene Therapiemöglichkeiten ermöglichen ein relativ normales Leben.

Story of hope – Chris Birch, England, OMSer since 2013 [overcomingms.org, 1.2.2017]

“My MS first materialized December 2012. I remember it well, Christmas Eve, all the family were there and unfortunately the symptoms became a lot worse very quickly. Within three or four days I was in Southampton General hospital and then spent a couple of months with quite severe symptoms. I was diagnosed July 2013 but unfortunately I couldn’t see an MS consultant until the October of that year…”

Schwere Nebenwirkung bei zugelassenem Medikament entdeckt [bionity.com, 19.1.2017]

Die Substanz Alemtuzumab kommt bei Multiple-Sklerose-Patienten mit schweren Krankheitsschüben zum Einsatz. Diese kann es scheinbar noch verschlimmern.


Aktuelle Spendenaktion

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In der bis Ende April laufenden Spendenaktion gibt es das Video 

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

des Mediziners Dirk Lemke als Dankeschön als Download. Und so geht`s….

Es fehlen derzeit noch ca. 220 € zur Erreichung der diesjährigen Spendenziele ⇒ Details!


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Buchbesprechung: Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

DepressionDepressionen gehören zu den häufig auftretenden Begleiterscheinungen und hässlichen Symptomen der MS. Schwerwiegende depressive Störungen beeinflussen etwa 1 von 5 oder 20 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern während ihrer Lebenszeit, aber für Menschen mit MS sind depressive Erkrankungen viel häufiger! Eine schwerwiegende depressive Störung kann über 50% der Personen mit MS beeinflussen. Schnell greift der freundliche Neurologe von nebenan in die große Pharmawundertüte und das Problem erscheint beherrschbar. Wenn man genauer hinguckt, ist das Gegenteil der Fall. Lesenswert im heute vorgestellten Buch ist, neben der Darlegung der faktischen Unwirksamkeit – oder schlimmer dem erheblichen Nebenwirkungsprofil – von Antidepressiva, die breit dargelegte Kritik an den Machenschaften von Big Pharma im Rahmen der Zulassung und Vermarktung dieser Substanzen.

Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass Annett Oehlschläger uns erlaubt hat, die folgende Buchbesprechung ergänzt um persönliche Erfahrungen zu veröffentlichen. Annett hatte selbst lange mit depressiven Störungen zu kämpfen, war sieben Jahre in der Selbsthilfeorganisation bipolaris aktiv: www.bipolaris.de und hat dort u.a. fünf Selbsthilfegruppen rund um Berlin mit aufgebaut.


Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

(von Annett Oehlschläger für Life-SMS)

Wie auf der letzten Seite des Buches bekannt wird, hat der weibliche Teil der Autorenschaft Erfahrungen mit Psychopharmaka und kennt aus eigenem Erleben die Schwierigkeiten beim Absetzen. Das Buch beschreibt sehr detailliert und mit vielen wissenschaftlichen Nachweisen, wie es zur Entwicklung der Antidepressiva kam – erschreckend und ernüchternd wie alle, Betroffene, Professionelle und die Öffentlichkeit manipuliert wurden und werden. Ein Musterbeispiel für die Manipulierbarkeit der Menschen (auch der Ärzte) und die Mechanismen der Massenpsychologie!

Aus meiner Sicht wird schlüssig bewiesen, dass bis heute niemand – weder in Amerika noch am Max-Planck-Institut für Psychiatrie München – beweisen konnte, dass es eine biochemische Ursache für Depressionen gibt. Nicht einmal Prof. Holsboer, der von Hause aus Biochemiker ist und erst danach sich der Psychiatrie zuwandte, hat diesen Nachweis geschafft, obwohl er eine interessante Ausgangsthese – nämlich das Stresssystem und die Cortisolausschüttung – hatte.

Dem wird gegenübergestellt, mit welchen “Märchen” die Psychiater ihre gutgläubigen Patienten dazu bringen, Psychopharmaka zu schlucken.

Zu dieser typischen Argumentation gehört zum Beispiel der Vergleich mit einem Diabetiker. Dieser muss auch regelmäßig sein Insulin nehmen, damit sein Stoffwechsel nicht entgleist. Dieser Vergleich unterstellt, dass die Psychopharmaka eine ähnliche Wirkung hätten. Das stimmt aber nicht, denn wenn ich keine Psychopharmaka nehme, kann ich trotzdem stabil bleiben und eine erneute Phase ist eben nicht vorprogrammiert. Man kann auch gut ohne Psychopharmaka leben, ein Diabetiker aber nicht ohne Insulin.

Das nächste “Märchen” ist die Stoffwechselstörung im Gehirn, die darauf basiert, dass es einen “Mangel” an Botenstoffen im Gehirn, vor allem beim Serotonin, geben soll. Die Autoren des Buches setzen sich mit dieser Serotonin-Lüge auseinander. Trotz aller Versuche konnte man gerade diesen biochemischen Zusammenhang nicht nachweisen. Richtig ist, dass diese Botenstoffe im Gehirn eine große Rolle bei Manien und Depressionen spielen. Man kann sie tatsächlich beeinflussen, nämlich durch eine artgerechte Ernährung, den Ausgleich von Vitamin- und Mineralstoffmängeln, durch gute Selbstfürsorge und ein gutes Selbst- und Stressmanagement – aber weniger durch Psychopharmaka.

Des Weiteres wird immer wieder behauptet, eine Medikation zur Vorbeugung neuer Phasen sei alternativlos. Das bedeutet für die Betroffenen oft monatelange, manchmal jahrelange Einnahme mit allen Folgen, die Psychopharmaka haben. Die Autoren des Buches erläutern, dass oft weder der Betroffene noch der Psychiater oder Neurologe unterscheiden können, ob es sich bei Absetzversuchen um Absetzsymptome oder Zeichen einer erneuten Erkrankung handelt. Meist wird Letzteres angenommen und als Beweis gesehen, dass es ohne Psychopharmaka nicht geht.

Die Behauptungen und Erklärungsversuche sind mir wohlbekannt. Ich habe sie lange geglaubt und auch in den Selbsthilfegruppe so weitergegeben – auweia!

Die Probleme mit den Nebenwirkungen und das viele Herumprobieren mit Psychopharmaka kenne ich aus eigenem Erleben. Ich lehne Psychopharmaka nicht grundsätzlich ab. In meinen Krisen ging es nicht ohne. Ich halte den Dauereinsatz für falsch. Der Psychiater bietet selten Alternativen an, die es aber durchaus gibt, z.B. eine Psychotherapie bei einem Verhaltenstherapeuten, Psychoedukation, Musik-, Mal- und Bewegungstherapien und die Begleitung durch Selbsthilfegruppen. Der Betroffene muss zum Experten seiner Erkrankung werden, dann kann er aus der passiven Rolle des Pillenschluckers zum aktiven Manager seiner Erkrankung werden. Das bringt Kontrolle und Selbstvertrauen zurück und das stärkt mehr als jedes Medikament.

Die Autoren beschreiben in einem weiteren Kapitel, dass es für eine psychische Erkrankung zwar Kriterien nach einem Krankheitsverzeichnis gibt, die Bewertung und Einordnung aber sehr von der subjektiven Einschätzung des jeweiligen Arztes abhängt. Es gibt eben keine objektiven Parameter, wie zum Beispiel einen messbaren Blutwert.

Das gilt auch für die Diagnostik mittels Fragebogen. Ich kann mich gut an einen Arzt erinnern, der an meinem Bett mit einem Schreibbrett stand und mich gar nicht ansah bei der Visite, sondern nur seinen standardisierten Fragebogen ausfüllte. Das soll nicht heißen, dass diese Fragebögen nicht hilfreich sind, um einzelne Symptome voneinander abzugrenzen und eine Diagnose zu stellen. Die Fragebögen sind ein Mittel der Diagnostik, das seine Grenzen hat. Es bedarf immer eines erfahrenen Arztes und eines ausführlichen Gesprächs mit dem Betroffenen und idealerweise auch mit den Angehörigen, um die richtige Diagnose zu stellen. Leider wird das viel zu selten praktiziert.

Das im Buch Beschriebene findet genauso statt, noch heute!

Hier noch einige zusätzliche Fakten, die nicht im Buch stehen, auf die aber der Autor des Vorwortes Prof. Müller-Oerlinghausen (viele Jahre Vorsitzender der Arzneimittelkommission) in seinem Vortrag auf der DGBS-Tagung 2016 in Chemnitz hinwies.

Die neueren Antidepressiva sind im Vergleich mit Placebo schwach in der Wirkung. Die Wirkung dieser Mittel beruht zu ca. 25 % auf den Wirkstoff selbst, zu 50 % auf den Placeboeffekt und zu 23,87 % auf die Spontanremission.

Besonders für die Betroffenen, die diese AD nehmen, sind diese Informationen sehr ernüchternd. Dass die Antidepressiva kaum besser als Placebo wirken – das hat während der DGBS-Tagung in Chemnitz 2016 zu Empörung unter den Betroffenen geführt. Man fühlte sich benutzt und hinters Licht geführt. So offen und klar wurde das bisher von niemandem ausgesprochen.

Prof. Müller-Oerlinghausen nannten u.a. folgende Zahlen:

  • im Vereinigten Königreich (UK) stieg die Zahl von AU-Tagen wegen Depression von 38 Mio im Jahr 1958 auf 119 Mio im Jahr 1974
  • heute gibt es 100.000 Depressive auf 1 Mio Einwohner, früher waren es 50 auf 1 Mio
  • Zitat: „Mit der Vermarktung der Antidepressiva wurde den Ärzten und der Öffentlichkeit das Märchen von der Serotonin-Mangel Hypothese ins Gehirn gewaschen“
  • seit 1994 begann die bipolare Störung modern zu werden, es kam zur Diagnose-Inflation, jetzt bekommen schon Kinder die BS angehängt
  • aus Werbe- und Marketinggründen schreckte man vor Übertreibungen bei der Wirkung der Psychopharmaka nicht zurück
  • Lithium spielt in den USA kaum eine Rolle, es ist das einzige Medikament, bei dem eine antisuizidale und ein breites Wirkspektrum nachgewiesen werden konnte
  • man muss 23 Patienten mit Lithium behandeln, um einen Suizid zu verhindern
  • um einen Herzinfarkt zu verhindern, muss man 666 Patienten mit Statinen behandeln! – das zeigt, dass Lithium tatsächlich wirkt und zwar besser als jedes andere Psychopharmakon. Lithium gilt deshalb als “Goldstandard” bei der Behandlung der bipolaren Störung, aber leider spricht nicht jeder darauf an
  • es gibt in den letzten Jahren keine Werbung mehr für Lithium
  • ein nachweislich wirksames Lithium-Präparat wurde eingestellt, die Firma produziert es nicht mehr angeblich war der Absatz zu gering. Das hat bei den Betroffenen Medikamentenwechsel nötig gemacht, die nicht immer ohne Probleme abliefen. Die Psychiater haben protestiert, aber ohne Wirkung.

Im Buch wird erläutert, dass und warum sich alle großen Pharmafirmen aus der Antidepressiva-Forschung zurückziehen. Es gelingt nicht, den Zusatznutzen gegenüber bereits zugelassenen Psychopharmaka nachzuweisen und damit können neue Entwicklungen nicht mehr gewinnbringend vermarktet werden.

Nachvollziehbar und verständlich wird erklärt, warum das Absetzen von Psychopharmaka so schwer ist und dass oft Absetzsymptome als neue akute Krise fehlinterpretiert werden. Ich kenne einige Betroffene, die sich nicht trauen, selbst Minidosen zu reduzieren, weil ihnen die Angst vor dem Rückfall eingeredet wurde.

Der letzte Abschnitt des Buches wird dem Thema „Alternative Behandlungsmöglichkeiten“ gewidmet, leider gerade mal 9 Seiten von 265. Die Autoren räumen allerdings ein, dass es nicht ihr Anliegen war, diese Alternativen vorzustellen, aber sie wollten wenigstens einiges aufzählen.

Es werden genannt:

  • Psychotherapie
  • Bewegung
  • Biofeedback
  • Kräuterextrakte
  • Massagen
  • Experte werden
  • Tagebuchschreiben
  • Meditation
  • Spiritualität
  • und weitere Hilfen: Bachblüten, ätherische Öle, stabiler Lebenswandel; Zitat S. 263 „Bei manchen Menschen tritt durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren oder dem regelmäßigen Verzehr von fettem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Thunfisch eine nervliche Beruhigung ein.“ Das ist der einzige Satz, der zum Thema Ernährung fällt!

Diese Alternativen sind mir im Wesentlichen bekannt, einen Teil davon habe ich erlernt und wende sie noch immer an. Sie sind nützlich – aber nur auf der richtigen Grundlage – und das ist aus meiner Sicht die richtige Ernährung! Erst als ich meine Ernährung umgestellt hatte, griffen diese Methoden vollends, vorher eben nicht so richtig und das war frustrierend!

Trotzdem ist das Buch lesenswert – vor allem für Ärzte! Vielleicht hören diese dann auf, ihren Patienten diese Märchen zu erzählen. Für Betroffene könnte das Buch unter Umständen verstörend wirken. Man braucht schon etwas Abstand, um es zu verkraften und zu verdauen!


Unglück auf RezeptDas Buch findet sich zum Beispiel in der Rubrik Medizinkritik in der Bücherecke der Akademie für menschliche Medizin. Hier geht’s auch direkt zum Buch.


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Lebensstil-Maßnahmen und MS in der Übersicht: Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke

Manchmal ist es sicherlich hilfreich, den Überblick über das Thema Lebensstilmaßnahmen bei der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose aus berufenem Munde dargelegt zu bekommen. Anlässlich der Konferenz für menschliche Medizin 2015 hat sich der Mediziner Dirk Lemke dieses Themas in einem ca. 40-minütigen Vortrag angenommen.

Hier geht es zum Trailer des Vortrags:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

Stichwörter aus dem Vortrag sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).

Schlussspurt in der Spendenperiode bis Ende April 2017

Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diesen Vortrag sozusagen als Treibstoff für den Schlussspurt zur Erreichung der Spendenziele bei betterplace für 2017. In in der derzeitigen Spendenperiode (bis Ende April 2017) fehlen derzeit ca. 610 €. Aktuelle Zahlen gibt es hier!

Wir werden nach Erreichen der aktuellen Spendenziele diesen Vortrag allen Interessenten der Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion hier auf dieser Webseite freischalten

Spenden Sie bitte jetzt schon einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für das komplette Vortragsvideo im mp4-Format zur persönlichen Nutzung oder auch zur Vorführung in Ihrer MS-Gruppe (wir bemühen uns den Link innerhalb von 24 Std. zuzusenden). Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-Patienten damit sehr.

Vorab vielen Dank.  Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS Team

Warum boost eine gute Sache ist und amazon die Seiten gewechselt hat!?

Wie alle gemeinnützigen Projekte, hängt auch Life-SMS (bzw. die DSGIP als Projektträger) essentiell von der finanziellen Unterstützung durch Spender, das heißt durch Sie, ab. Neben der klassischen Methode über Geldspenden via betterplace oder Direktüberweisungen, ist das Projekt www.boost-project.com eine extrem hilfreiche Aktion, die relevante Spenden generiert, ohne dass Sie selbst in die Tasche greifen müssen.

Noch einmal ganz kurz zur Erinnerung:  Man meldet sich bei einmalig bei boost an, geht beim Online-Einkauf über die boost-Plattform (bzw. aktiviert boost), kauft ganz normal bei seinem Onlineshop der Wahl ein und etwa 3 bis 6% der Einkaufssumme werden seitens dieses Shops an boost weitergeleitet und davon wiederum erhält das von Ihnen ausgewählte Projekt 90%.

Mehr dazu auch auf dieser Seite…

Und bringt das etwas? Das kann man wohl sagen. Wir haben Anfang 2015 mit boost angefangen und in dieser Zeit haben 78 Personen (die uns auf diese Weise unterstützen) über 2300 € an Spendengeldern generiert, ohne einen einzigen Cent selbst in die Hand zu nehmen. Inzwischen liegen wir mit der DSGIP auf Rang 88 der unterstützten Organisationen. Dafür allen aktiven “boostern” herzlichen Dank!

Jetzt die schlechten Neuigkeiten für boost und alle damit verbundenen gemeinnützigen Projekte. Im September 2016 hat sich amazon von der boost-Plattform verabschiedet und “smile.amazon” ins Leben gerufen. Toll könnte man meinen, ist es aber nicht. Denn im Vergleich zu der Zeit als amazon noch Mitglied bei boost war und Spenden in der oben genannten prozentualen Größenordnung auch über amazon generiert worden sind, werden auf der hauseigenen Plattform smile lediglich 0,5% des Umsatzes für gemeinnützige Projekte abgezweigt. Das ist aus zwei Gründen mehr als lächerlich – vielleicht daher die Bezeichnung „smile“? Erstens bedeuten 0,5 % bei einem Privatkunden mit einem Jahresumsatz von 1000 € bei amazon lediglich 5 €/Jahr und zweitens zahlt amazon an professionelle Affiliate-Partner nach wie vor zwischen 3 und 10% der Umsatzsumme als Provision.  Man sieht also wie ernst es amazon mit der Gemeinnützigkeit meint! Der Produktvertrieb über Partner ist gemessen in Zahlen bis zu 20 Mal wertvoller. Hier lächelt also nur eine Seite.

Die gute Nachricht ist, es sind noch genügend Shops bei boost aktiv und man muss nicht unbedingt Online-Shopping-Fan zu sein, um uns oder andere gemeinnützige Projekte ab und zu auf diesem Weg zu unterstützen. Bestimmte Dienste werde heute ohnehin fast ausschließlich online gebucht. Beispiele sind Hotel und Reisebuchungen (expedia.com, booking.com, bahn.de) oder Öko-Energieanbieter (z.B. polarstern-energie.de und greenpeace-energy.de). Insgesamt sind immer noch mehr als 500 Shops bei boost registriert.

Fazit: Dies ist kein Aufruf zum Online-Kauf (wenn Sie irgendwie können, kaufen Sie regional ein), aber wenn Sie online einkaufen, dann gehen Sie doch über boost und tun etwas Gutes. Alles andere wäre reine Geldverschwendung!

Übrigens geht das besonders einfach, wenn Sie sich das boost-Add-On im Browser installieren. Damit werden Sie automatisch darauf hingewiesen, dass der Online-Shop, den sie gerade  besuchen, Mitglied bei boost ist.

In diesem Sinne bedanken wir uns vorab für Ihre Unterstützung. Wir hoffen, dass Sie, falls noch nicht geschehen, MitstreiterIn bei boost werden und uns weiterhin treu bleiben.

Bleiben Sie gesund!

Ihr
Life-SMS Team


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