10 Minuten 10 Tage – Meditation Challenge – ein Erfahrungsbericht

Unser Netzwerkmitglied Lina hat den Selbstversuch gemacht, lesen Sie Ihren Erfahrungsbericht zur Meditation bei MS.


Meditation bei MS: die 10 Minuten 10 Tage – Meditation Challenge

Eigentlich ist das Wort „Challenge“ – zu Deutsch Probe oder Herausforderung – bei Meditationen ja schon ein Widerspruch in sich. Man setzt sich hin, um 10 Minuten zu meditieren und das, ohne sich dabei anzustrengen. Leichter gedacht als getan. Ich bin schon lange auf der Seite www.ekhartyoga.com aktiv. Eine Yoga-Online-Plattform auf der man diverse Yogaarten ausprobieren und üben kann. Ich habe mich für die internationale Variante entschieden, die ihren Ursprung in Holland hat. Dieser Akzent ist einfach etwas ganz Besonderes für mich. Für alle die, die nicht so gut Englisch verstehen, gibt es z.B. auch eine Yoga-Online-Plattform auf Deutsch: www.yogaeasy.de.

Meditation hat bekannterweise eine entspannende Wirkung auf jeden Menschen. Bei Multiple Sklerose ist Entspannung ein wichtiges Thema und gehört für mich definitiv mit zum Lebensstil oder auch Lifestyle bei MS dazu. Entspannung und Meditation ist eine Möglichkeit, die man in seinen Lebensalltag integrieren kann, um unter anderem seine Nerven zu beruhigen. 10 Tage lang habe ich versucht täglich 10 Minuten zu meditieren. Ich bin ganz ehrlich, ich habe es nicht jeden Tag hinbekommen. Und das kann einen dann schon irgendwie wieder in Stress versetzen.

Die Meditation in der „Meditation Challenge“ ist eine geführte Meditation. Der Ablauf der Meditation ist jeden Tag wie folgt. Egal, ob zu Hause, im Büro oder auch woanders, wird empfohlen sich jeden Tag in eine für sich selbst gemütliche Position zu begeben. Diese Position kann sitzend auf einem Stuhl oder Kissen, kniend, liegend oder wie jeder gerne möchte sein. Aber vor allen Dingen sollte es ein ruhiger Ort sein und wenn möglich täglich um dieselbe Zeit. Im Sitzen sollte man auf einen geraden Rücken achten. Wenn einem das zu anstrengend erscheint, empfehle ich die Meditation im Liegen durchzuführen. Selbstverständlich kann man seine individuelle Position von Tag zu Tag ändern. Die oberste Priorität ist es, sich wohl zu fühlen! Der Fokus der Mediation liegt ganz klar darauf sich zu entspannen, wahrzunehmen und zu beobachten. Das klingt erst einmal einfacher als es ist, denn der Kopf denkt immer und permanent irgendetwas. Eine tolle Übung also für Menschen wie mich, die in ihrem Kopf manchmal Karussell fahren.

Zuerst fokussiert man ganz sanft einen Punkt vor sich und konzentriert sich dann bei geöffneten Augen auf seine Atmung. Für die ersten Atemzüge, atmet man ganz bewusst und tief durch die Nase ein und tief durch den Mund aus, so dass man seinen Atem leicht hört. Das wiederholt man zwei- bis dreimal und beim letzten Ausatmen schließt man sanft die Augen. Ich habe schon in dem Moment wo ich bewusst geatmet habe eine Beruhigung /Entspannung verspürt. Ich muss dazu sagen, dass ich eher ein Mensch bin, der unter Spannung steht. Durch die Atmung sinkt man immer tiefer in den Stuhl oder auf den Boden. Man spürt die Unterlage unter seinem Körper und nimmt wahr wo der Boden oder der Stuhl den Körper berührt und wie intensiv man ihn berührt.

Fokus/Intention

Der Fokus bzw. die Intention der Meditation kann jeden Tag neu gelegt werden. Zum Beispiel: Welches Ziel hat die Meditation für mich? Werde ich dadurch ruhiger? Freundlicher? Gelassener? Welche Auswirkungen hat sie auf mein Umfeld? Man überlegt sich ein ganz persönliches Ziel, welches man mit der Meditation verfolgt. Vielleicht gibt es auch eine Intention für das Umfeld in dem man lebt.

Umwelt und Umfeld

Was nimmt man jetzt in diesem Moment wahr? Mit geschlossenen Augen beginnt man seine Umwelt viel besser wahrzunehmen. Die Aufgabe besteht darin, die Geräusche wahrzunehmen ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen, sondern einfach akzeptieren was ist. Es ist wirklich interessant, was man dann auf einmal alles wahrnimmt und wie entspannend es sein kann, wenn man die Geräusche einfach an sich vorbei ziehen lässt wie Wolken, die am Himmel vorübergehen. Auch die eigenen Gedanken können wahrgenommen werden. Hierbei gilt es nicht, die Gedanken loszuwerden, sondern eher seine Einstellung zu den Gedanken zu ändern.

Körperscan (body scan)

Wie fühlt sich der Körper jetzt in diesem Moment an? Einfach nur den Körper spüren ohne ihn verändern zu wollen und nur akzeptieren was ist und wie es ist. Man beginnt in seinem eigenen Tempo mit der Wahrnehmung oben am Kopf und geht mit der Beobachtung  hin zum Nacken, zum Schulterbereich und abwärts in Richtung Arme und Hände, Bauch und Rücken usw. bis zu den Füßen.

Stimmung

Auch hier wird nicht bewertet, sondern nur wahrgenommen, entdeckt und gefühlt. Das kann auch bedeuten, dass man Dinge wahrnimmt, die man nicht so mag, wie zum Beispiel Schmerz oder Traurigkeit. Aber auch diese Dinge müssen erst mal wahrgenommen werden, um sie zu akzeptieren.

Atmung

Wie fühlt sich die eigene Atmung jetzt in diesem Moment an? Ist sie eher lang oder kurz? Ist die Atmung flach oder tief? In welche Körperregion fließt die Atemluft? In den Brustkorb? In den Bauchraum oder wohin? Auch hier wird nichts beurteilt, sondern nur gespürt. Abschließend gibt es die Option bei der Ein- und Ausatmung bis zehn zu zählen. Bei der Einatmung zählt man eins, bei der Ausatmung zählt man zwei, Einatmung drei und Ausatmung vier usw. Das ist eine gute Methode, um die Gedanken ruhiger werden zu lassen und die Wahrnehmung zu verbessern. Erstaunlicherweise funktioniert es bei jeder Sitzung besser und wird zur Gewohnheit.

Schluss

Zum Schluss der Meditation lässt man den Gedanken freien Lauf und kommt langsam wieder zurück, raus aus dem meditativen Zustand und öffnet dann langsam die Augen und spürt nach! Wie hat man sich vorher gefühlt und wie fühlt man sich jetzt? Es geht nicht darum sich anders zu fühlen, sondern es geht darum zu lernen zu fühlen und sich zu spüren. An manchen Tagen ist es mir wirklich schwer gefallen mich hinzusetzen und einfach nur nichts zu machen. Es soll zur Gewohnheit werden. Sich anstrengen heißt nicht immer, dass es dann besser klappt. Die Balance finden zwischen Fokus und Gelassenheit nach dem Motto: „Moving from thinking to feeling!”

Sicherlich ist dieser Erfahrungsbericht nur ein kleiner Einblick in so eine kurze Meditation. Es gibt auch hier wieder verschiedene Möglichkeiten und letztendlich muss man es selbst einmal ausprobiert haben, um es erleben zu können. Aber was mich diese 10 Minuten gelehrt haben, ist auf jeden Fall meine Wahrnehmung zu schulen und  Dinge nicht mehr verändern zu wollen, sondern zu akzeptieren. Und heute am letzten Tag habe ich entschieden wieder von vorne anzufangen und es wird sicherlich wieder anders sein 😉

Viel Freude beim Ausprobieren!

Lina

[mehr von Lina unter: Yoga bei MS – ein Erfahrungsbericht aus dem Life-SMS Expertnet]


Die in Linas Erfahrungsbericht genannten Plattformen sind nur Beispiele von vielfältigen Angeboten im Netz. Eine gute kostenlose Option ist die Smiling Mind App aus Australien. Eine professionell aufgebaute Serie von geführten Meditationen für verschiedene Altersstufen ab 7 Jahren : https://smilingmind.com.au/ – Prädikat: empfehlenswert!


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Buchbesprechung: Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

DepressionDepressionen gehören zu den häufig auftretenden Begleiterscheinungen und hässlichen Symptomen der MS. Schwerwiegende depressive Störungen beeinflussen etwa 1 von 5 oder 20 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern während ihrer Lebenszeit, aber für Menschen mit MS sind depressive Erkrankungen viel häufiger! Eine schwerwiegende depressive Störung kann über 50% der Personen mit MS beeinflussen. Schnell greift der freundliche Neurologe von nebenan in die große Pharmawundertüte und das Problem erscheint beherrschbar. Wenn man genauer hinguckt, ist das Gegenteil der Fall. Lesenswert im heute vorgestellten Buch ist, neben der Darlegung der faktischen Unwirksamkeit – oder schlimmer dem erheblichen Nebenwirkungsprofil – von Antidepressiva, die breit dargelegte Kritik an den Machenschaften von Big Pharma im Rahmen der Zulassung und Vermarktung dieser Substanzen.

Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass Annett Oehlschläger uns erlaubt hat, die folgende Buchbesprechung ergänzt um persönliche Erfahrungen zu veröffentlichen. Annett hatte selbst lange mit depressiven Störungen zu kämpfen, war sieben Jahre in der Selbsthilfeorganisation bipolaris aktiv: www.bipolaris.de und hat dort u.a. fünf Selbsthilfegruppen rund um Berlin mit aufgebaut.


Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

(von Annett Oehlschläger für Life-SMS)

Wie auf der letzten Seite des Buches bekannt wird, hat der weibliche Teil der Autorenschaft Erfahrungen mit Psychopharmaka und kennt aus eigenem Erleben die Schwierigkeiten beim Absetzen. Das Buch beschreibt sehr detailliert und mit vielen wissenschaftlichen Nachweisen, wie es zur Entwicklung der Antidepressiva kam – erschreckend und ernüchternd wie alle, Betroffene, Professionelle und die Öffentlichkeit manipuliert wurden und werden. Ein Musterbeispiel für die Manipulierbarkeit der Menschen (auch der Ärzte) und die Mechanismen der Massenpsychologie!

Aus meiner Sicht wird schlüssig bewiesen, dass bis heute niemand – weder in Amerika noch am Max-Planck-Institut für Psychiatrie München – beweisen konnte, dass es eine biochemische Ursache für Depressionen gibt. Nicht einmal Prof. Holsboer, der von Hause aus Biochemiker ist und erst danach sich der Psychiatrie zuwandte, hat diesen Nachweis geschafft, obwohl er eine interessante Ausgangsthese – nämlich das Stresssystem und die Cortisolausschüttung – hatte.

Dem wird gegenübergestellt, mit welchen “Märchen” die Psychiater ihre gutgläubigen Patienten dazu bringen, Psychopharmaka zu schlucken.

Zu dieser typischen Argumentation gehört zum Beispiel der Vergleich mit einem Diabetiker. Dieser muss auch regelmäßig sein Insulin nehmen, damit sein Stoffwechsel nicht entgleist. Dieser Vergleich unterstellt, dass die Psychopharmaka eine ähnliche Wirkung hätten. Das stimmt aber nicht, denn wenn ich keine Psychopharmaka nehme, kann ich trotzdem stabil bleiben und eine erneute Phase ist eben nicht vorprogrammiert. Man kann auch gut ohne Psychopharmaka leben, ein Diabetiker aber nicht ohne Insulin.

Das nächste “Märchen” ist die Stoffwechselstörung im Gehirn, die darauf basiert, dass es einen “Mangel” an Botenstoffen im Gehirn, vor allem beim Serotonin, geben soll. Die Autoren des Buches setzen sich mit dieser Serotonin-Lüge auseinander. Trotz aller Versuche konnte man gerade diesen biochemischen Zusammenhang nicht nachweisen. Richtig ist, dass diese Botenstoffe im Gehirn eine große Rolle bei Manien und Depressionen spielen. Man kann sie tatsächlich beeinflussen, nämlich durch eine artgerechte Ernährung, den Ausgleich von Vitamin- und Mineralstoffmängeln, durch gute Selbstfürsorge und ein gutes Selbst- und Stressmanagement – aber weniger durch Psychopharmaka.

Des Weiteres wird immer wieder behauptet, eine Medikation zur Vorbeugung neuer Phasen sei alternativlos. Das bedeutet für die Betroffenen oft monatelange, manchmal jahrelange Einnahme mit allen Folgen, die Psychopharmaka haben. Die Autoren des Buches erläutern, dass oft weder der Betroffene noch der Psychiater oder Neurologe unterscheiden können, ob es sich bei Absetzversuchen um Absetzsymptome oder Zeichen einer erneuten Erkrankung handelt. Meist wird Letzteres angenommen und als Beweis gesehen, dass es ohne Psychopharmaka nicht geht.

Die Behauptungen und Erklärungsversuche sind mir wohlbekannt. Ich habe sie lange geglaubt und auch in den Selbsthilfegruppe so weitergegeben – auweia!

Die Probleme mit den Nebenwirkungen und das viele Herumprobieren mit Psychopharmaka kenne ich aus eigenem Erleben. Ich lehne Psychopharmaka nicht grundsätzlich ab. In meinen Krisen ging es nicht ohne. Ich halte den Dauereinsatz für falsch. Der Psychiater bietet selten Alternativen an, die es aber durchaus gibt, z.B. eine Psychotherapie bei einem Verhaltenstherapeuten, Psychoedukation, Musik-, Mal- und Bewegungstherapien und die Begleitung durch Selbsthilfegruppen. Der Betroffene muss zum Experten seiner Erkrankung werden, dann kann er aus der passiven Rolle des Pillenschluckers zum aktiven Manager seiner Erkrankung werden. Das bringt Kontrolle und Selbstvertrauen zurück und das stärkt mehr als jedes Medikament.

Die Autoren beschreiben in einem weiteren Kapitel, dass es für eine psychische Erkrankung zwar Kriterien nach einem Krankheitsverzeichnis gibt, die Bewertung und Einordnung aber sehr von der subjektiven Einschätzung des jeweiligen Arztes abhängt. Es gibt eben keine objektiven Parameter, wie zum Beispiel einen messbaren Blutwert.

Das gilt auch für die Diagnostik mittels Fragebogen. Ich kann mich gut an einen Arzt erinnern, der an meinem Bett mit einem Schreibbrett stand und mich gar nicht ansah bei der Visite, sondern nur seinen standardisierten Fragebogen ausfüllte. Das soll nicht heißen, dass diese Fragebögen nicht hilfreich sind, um einzelne Symptome voneinander abzugrenzen und eine Diagnose zu stellen. Die Fragebögen sind ein Mittel der Diagnostik, das seine Grenzen hat. Es bedarf immer eines erfahrenen Arztes und eines ausführlichen Gesprächs mit dem Betroffenen und idealerweise auch mit den Angehörigen, um die richtige Diagnose zu stellen. Leider wird das viel zu selten praktiziert.

Das im Buch Beschriebene findet genauso statt, noch heute!

Hier noch einige zusätzliche Fakten, die nicht im Buch stehen, auf die aber der Autor des Vorwortes Prof. Müller-Oerlinghausen (viele Jahre Vorsitzender der Arzneimittelkommission) in seinem Vortrag auf der DGBS-Tagung 2016 in Chemnitz hinwies.

Die neueren Antidepressiva sind im Vergleich mit Placebo schwach in der Wirkung. Die Wirkung dieser Mittel beruht zu ca. 25 % auf den Wirkstoff selbst, zu 50 % auf den Placeboeffekt und zu 23,87 % auf die Spontanremission.

Besonders für die Betroffenen, die diese AD nehmen, sind diese Informationen sehr ernüchternd. Dass die Antidepressiva kaum besser als Placebo wirken – das hat während der DGBS-Tagung in Chemnitz 2016 zu Empörung unter den Betroffenen geführt. Man fühlte sich benutzt und hinters Licht geführt. So offen und klar wurde das bisher von niemandem ausgesprochen.

Prof. Müller-Oerlinghausen nannten u.a. folgende Zahlen:

  • im Vereinigten Königreich (UK) stieg die Zahl von AU-Tagen wegen Depression von 38 Mio im Jahr 1958 auf 119 Mio im Jahr 1974
  • heute gibt es 100.000 Depressive auf 1 Mio Einwohner, früher waren es 50 auf 1 Mio
  • Zitat: „Mit der Vermarktung der Antidepressiva wurde den Ärzten und der Öffentlichkeit das Märchen von der Serotonin-Mangel Hypothese ins Gehirn gewaschen“
  • seit 1994 begann die bipolare Störung modern zu werden, es kam zur Diagnose-Inflation, jetzt bekommen schon Kinder die BS angehängt
  • aus Werbe- und Marketinggründen schreckte man vor Übertreibungen bei der Wirkung der Psychopharmaka nicht zurück
  • Lithium spielt in den USA kaum eine Rolle, es ist das einzige Medikament, bei dem eine antisuizidale und ein breites Wirkspektrum nachgewiesen werden konnte
  • man muss 23 Patienten mit Lithium behandeln, um einen Suizid zu verhindern
  • um einen Herzinfarkt zu verhindern, muss man 666 Patienten mit Statinen behandeln! – das zeigt, dass Lithium tatsächlich wirkt und zwar besser als jedes andere Psychopharmakon. Lithium gilt deshalb als “Goldstandard” bei der Behandlung der bipolaren Störung, aber leider spricht nicht jeder darauf an
  • es gibt in den letzten Jahren keine Werbung mehr für Lithium
  • ein nachweislich wirksames Lithium-Präparat wurde eingestellt, die Firma produziert es nicht mehr angeblich war der Absatz zu gering. Das hat bei den Betroffenen Medikamentenwechsel nötig gemacht, die nicht immer ohne Probleme abliefen. Die Psychiater haben protestiert, aber ohne Wirkung.

Im Buch wird erläutert, dass und warum sich alle großen Pharmafirmen aus der Antidepressiva-Forschung zurückziehen. Es gelingt nicht, den Zusatznutzen gegenüber bereits zugelassenen Psychopharmaka nachzuweisen und damit können neue Entwicklungen nicht mehr gewinnbringend vermarktet werden.

Nachvollziehbar und verständlich wird erklärt, warum das Absetzen von Psychopharmaka so schwer ist und dass oft Absetzsymptome als neue akute Krise fehlinterpretiert werden. Ich kenne einige Betroffene, die sich nicht trauen, selbst Minidosen zu reduzieren, weil ihnen die Angst vor dem Rückfall eingeredet wurde.

Der letzte Abschnitt des Buches wird dem Thema „Alternative Behandlungsmöglichkeiten“ gewidmet, leider gerade mal 9 Seiten von 265. Die Autoren räumen allerdings ein, dass es nicht ihr Anliegen war, diese Alternativen vorzustellen, aber sie wollten wenigstens einiges aufzählen.

Es werden genannt:

  • Psychotherapie
  • Bewegung
  • Biofeedback
  • Kräuterextrakte
  • Massagen
  • Experte werden
  • Tagebuchschreiben
  • Meditation
  • Spiritualität
  • und weitere Hilfen: Bachblüten, ätherische Öle, stabiler Lebenswandel; Zitat S. 263 „Bei manchen Menschen tritt durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren oder dem regelmäßigen Verzehr von fettem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Thunfisch eine nervliche Beruhigung ein.“ Das ist der einzige Satz, der zum Thema Ernährung fällt!

Diese Alternativen sind mir im Wesentlichen bekannt, einen Teil davon habe ich erlernt und wende sie noch immer an. Sie sind nützlich – aber nur auf der richtigen Grundlage – und das ist aus meiner Sicht die richtige Ernährung! Erst als ich meine Ernährung umgestellt hatte, griffen diese Methoden vollends, vorher eben nicht so richtig und das war frustrierend!

Trotzdem ist das Buch lesenswert – vor allem für Ärzte! Vielleicht hören diese dann auf, ihren Patienten diese Märchen zu erzählen. Für Betroffene könnte das Buch unter Umständen verstörend wirken. Man braucht schon etwas Abstand, um es zu verkraften und zu verdauen!


Unglück auf RezeptDas Buch findet sich zum Beispiel in der Rubrik Medizinkritik in der Bücherecke der Akademie für menschliche Medizin. Hier geht’s auch direkt zum Buch.


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Es fehlen derzeit noch ca. 400 € zur Erreichung der diesjährigen Spendenziele ⇒ Details!


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Lebensstil-Maßnahmen und MS in der Übersicht: Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke

Manchmal ist es sicherlich hilfreich, den Überblick über das Thema Lebensstilmaßnahmen bei der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose aus berufenem Munde dargelegt zu bekommen. Anlässlich der Konferenz für menschliche Medizin 2015 hat sich der Mediziner Dirk Lemke dieses Themas in einem ca. 40-minütigen Vortrag angenommen.

Hier geht es zum Trailer des Vortrags:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

Stichwörter aus dem Vortrag sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).

Schlussspurt in der Spendenperiode bis Ende April 2017

Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diesen Vortrag sozusagen als Treibstoff für den Schlussspurt zur Erreichung der Spendenziele bei betterplace für 2017. In in der derzeitigen Spendenperiode (bis Ende April 2017) fehlen derzeit ca. 610 €. Aktuelle Zahlen gibt es hier!

Wir werden nach Erreichen der aktuellen Spendenziele diesen Vortrag allen Interessenten der Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion hier auf dieser Webseite freischalten

Spenden Sie bitte jetzt schon einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für das komplette Vortragsvideo im mp4-Format zur persönlichen Nutzung oder auch zur Vorführung in Ihrer MS-Gruppe (wir bemühen uns den Link innerhalb von 24 Std. zuzusenden). Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-Patienten damit sehr.

Vorab vielen Dank.  Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS Team

Die zweite Chance: kostenloser Kurs zum Thema Mindfulness bei der Monash University ab 6.2.2017

Mindfulness for Wellbeing and Peak Performance

Wir hatten schon im letzten Jahr über das Angebot der Monash University und des Teams um den Allgemeinmediziner und “Mindfullness Coordinator” Professor Craig Hasselt und den klinischen Psychologen Dr. Richard Chambers berichtet, die Technik der Achtsamkeit einem breiten Publikum über einen Online-Kurs kostenlos zu vermitteln und zugänglich zu machen.

Der 6-wöchige Kurs wird nun ab dem 6.2. nochmals angeboten. Zur Anmeldung geht es hier:

https://www.futurelearn.com/courses/mindfulness-wellbeing-performance/

Einen guten Eindruck der Kursinhalte und der diskutierten Fragestellungen vermitteln auch die wöchentlichen Zusammenfassungen (Feedback-Videos) von Craig Hasselt und Richard Chambers, die ohne Anmeldung über youtube verfügbar sind. Als Beispiel hier die Rückblende zur ersten Woche:

Nach unserer eigenen Erfahrung lässt sich der Kurs auch zeitlich gut zu  bewältigen und ist extrem hilfreich. Er ist angereichert mit einer Fülle von Zusatzmaterialien und jedem Teilnehmer ist es selbst überlassen, inwieweit er in die wissenschaftlichen Grundlagen einsteigt.

Denjenigen „Followern“, die weniger anglophil orientiert sind, sei an dieser Stelle nochmals der Gastbeitrag:

Für Sie gelesen und gehört: MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen.

empfohlen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine achtsame Zeit!

Ihr 

Life-SMS Team

 


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Frohe Weihnachten und weiter so als unbequemer Patient…

Zugegeben, ein leicht merkwürdiger und etwas provokanter Titel für den Weihnachtsbeitrag, aber er drückt einen Teil des Selbstverständnisses des Life-SMS-Projektes aus.

Dahinter steckt das Konzept des “Empowerment”. Leider gibt für diesen Begriff nur unzureichende deutsche Übersetzungen: Ertüchtigung, Rückenstärkung,…; alles nicht wirklich toll, sodass ich diesmal beim Anglizismus bleibe.

Empowerment

Gemeint ist: Den MS-Patienten in die Lage zu versetzen, die Kontrolle über die Erkrankung zu erlangen und im Endeffekt den Weg zur Gesundung bewusst zu betreten. Empowerment wird in der medizinischen Literatur auch als “Selbstwirksamkeit (self-efficacy)” oder Patientenaktivierung bezeichnet.

Im Endeffekt ist “Empowerment” sowohl ein Prozess als auch ein Ergebnis. Der Prozess steigert die Fähigkeit des kritischen Denkens und das Ergebnis ist ein erhöhtes Bewusstsein für die Selbstwirksamkeit der eigenen Schritte.

Das ist klar zu unterscheiden von der unreflektierten Übernahme von “Leitlinien” und der wagen Hoffnung, dass andere (Big Pharma, der Halbgott in Weiß, der bekannte Guru) die Sache schon richten werden.

Insofern wollen wir Ihnen helfen, wieder “Kapitän des eigenen Schiffes” zu werden! Und Kapitäne werden in aller Regel recht unbequem, wenn jemand versucht sie vom Kurs abzubringen und es dafür keine nachvollziehbare Begründung gibt.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichte Mindmap der Life-SMS-Methodik ist nur ein Element des Life-SMS-Projektes, welches Sie auf diesem Kurs des Empowerment unterstützen soll. Schauen Sie doch gelegentlich auch einmal in die Berichte unserer Hoffnungsträger auf lsms.info. Vielleicht erkennen Sie auch hierin das ein oder andere wieder, was Sie auf Ihrem persönlichen Gesundungsweg bestärkt. Hier werden die Realität und die positiven Ergebnisse des Empowerment, fernab von Hochglanzprospekten mit fröhlich umherspringenden MS-Patienten, beschrieben.

2016-christmas-balls

Abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei den Teilnehmern an der diesjährigen “#GivingTuesday-Aktion” bedanken.  Ihre Spenden haben dafür gesorgt, dass wir nicht nur die Life-SMS-Mindmap freischalten konnten, sondern unseren Spendenzielen für die laufende Periode ein gehöriges Stück näher gekommen sind. Das gilt natürlich für alle Spender und „booster“, die uns im Laufe des Jahres unterstützt haben. Die Aktion läuft übrigens noch bis  zum 24.12.2016 (siehe rechts in der Seitenleiste).

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen schöne Weihnachten, schöpfen Sie Kraft und kommen Sie gut und selbstbewusst in ein gesundes Jahr 2017!

Ihr
Life-SMS Team


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Noch gut 14 Tage kostenlos: The connection – ein beeindruckender Film über die Verbindung von Geist und Körper

Superlativen sind immer gefährlich, aber im Fall dieser Dokumentation würde ich behaupten, dass es das Beste ist, was es über die enge Beziehung zwischen Geist und Körper und damit wissenschaftlich betrachtet über die Psychoneuroimmunologie in den letzten beiden Jahren veröffentlicht worden ist.

2016-11-01-17_34_26-nature-connectionIn dieser verrückten, geschäftigen, modernen Welt gesund zu bleiben ist nicht einfach

Für die Journalistin Shannon Harvey, wurde die Suche nach einer Lösung für dieses Problem sehr persönlich, als bei ihr eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde, die keine bekannte Ursache und angeblich unheilbar war. Nachdem ihr von ihrem Arzt eröffnet wurde, dass sie im Rollstuhl enden könnte, erkannte sie, dass sie selbst handeln musste. Dies inspirierte zu einer zehnjährigen Reise, bei der sie mehr als $ 30.000 für konventionelle und alternative Behandlungen verbrauchte, Tausende von wissenschaftlichen Papieren durchforstete und die Welt bereiste, um Dutzende von Pionieren der Gesundheitsforschung bei führenden Institutionen wie Harvard und Stanford zu interviewen.

Der Film ist ein Plädoyer für die Life-SMS-Methodik und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Multiplen Sklerose, zumal auch unser Impulsgeber Prof. George Jelinek zu Wort kommt.

Hier geht’s direkt zum Film!

Also nutzen Sie die nächsten 2 Wochen und verstehen Sie mehr über die „Connection“. Den Film gibt es (zumindest in der Kaufversion) auch mit deutschen Untertiteln.

Wir wünschen Ihnen eine gesundmachende Erfahrung!


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[Foto: unsplash.com / Simon Forster]

Gastbeitrag: Bindungsenergetische Therapie

Gastbeiträge sind für uns bei lsms.info und Life-SMS  von großem Wert, insbesondere auch dann, wenn sie helfen den Blick auf Therapieformen zu lenken, die vielleicht noch nicht in aller Munde sind.

Um so mehr freut es uns, dass sich Anja Klock, Heilpraktikerin aus Hamburg und seit 2015 Mitglied des Life-SMS-Therapeuten-Netzwerkes, die Zeit genommen hat Ihre Erfahrungen mit der Bindungsenergetischen Therapie in einem lesenswerten Gastbeitrag mit uns zu teilen.

Die Bindungsenergetische Therapie ist eine Psychotherapie mit Mind-Body-Elementen:

„So schaut der bindungsenergetische Therapeut nicht nur auf das Leid, das der Betroffene mindestens im Kopf hat und unter vertrauten Umständen auch wagen kann mitzuteilen. Nein, der Therapeut wendet sich ebenso dem Herzen des Betroffenen zu. Das tun wir mit all den, uns zur Verfügung stehenden, Sinnen – mit unseren, in Ausbildung und stetiger Fortbildung speziell dafür geschulten „Bindungsfähigkeiten“: Zuhörend und achtsam über das Ohr (Gespräch), über Hand-Haut Kontakt (z.B. im Gesicht) oder mit einer speziellen, resonanzbildenden Technik, die wir „die ruhende Hand über dem Herzen“ nennen. Diese Technik ist ein Alleinstellungsmerkmal der bindungsenergetischen Therapie und befähigt den Klienten einen einfachen, direkten und sicheren Zugang zu den wirklichen Herzensangelegenheiten zu bekommen.“

Lesen Sie jetzt die vollständige Geschichte im Gastbeitrag:  Bindungsenergetische Therapie!

csm_2016-08-28_16_37_48-artem_kovalev___unsplash_a0e7b26bddBesonders Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schmerzen, wie MS-Betroffene, finden nicht immer die Hilfe, die sie suchen. Viele Betroffene spüren intuitiv, dass ihr Leiden etwas mit ihrem inneren Stress zu tun hat und empfinden (sehr oft zu recht) eine Abwehr gegen die ständige Einnahme von Medikamenten. Mit den Techniken der Mind-Body-Medizin kann hier oft weit mehr in Richtung Linderung und Gesundung erreicht werden als mit pharmakologischen Eingriffen. Diese Therapien aktivieren ganz massiv die Heilkraft des inneren Arztes. Der Therapeut ist dabei ein Auslöser und Katalysator der Heilungsprozesse, er heilt aber nicht selbst. Oder wie Prof. Hüther es formuliert 

„Keiner kann Heilen – Heilung ist immer Selbstheilung“

Siehe auch die Videobeiträge im Bereich „Psychoneuroimmunologie“

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